top of page
Gustinus Ambrosi (1893-1975)

Ein Leben für die Kunst und Menschlichkeit

Österreichischer Bildhauer und Dichter

Gustinus Ambrosi wurde am 24. Februar 1893 in Eisenstadt geboren. Er entstammte einer künstlerisch geprägten Familie: Sein Vater war Offizier und akademischer Maler, seine Mutter Pianistin und Dichterin. Bereits in frühester Kindheit zeigte Ambrosi außergewöhnliche musikalische und künstlerische Begabung.

Ein einschneidendes Ereignis prägte sein Leben nachhaltig: Im Alter von sieben Jahren verlor er infolge einer Meningitis-Erkrankung sein Gehör. Dieser Schicksalsschlag bedeutete das Ende seiner musikalischen Laufbahn, lenkte ihn jedoch endgültig zur Bildhauerei. Trotz der schwierigen Umstände entwickelte er früh ein starkes künstlerisches Ausdrucksvermögen und begann bereits als Kind mit ersten plastischen Arbeiten.

Seine Ausbildung erhielt Ambrosi zunächst an der Prager Privat-Taubstummenanstalt, wo sein Talent früh erkannt und gefördert wurde. Anschließend absolvierte er eine Lehre beim Bildhauer Jakob Kocourek in Prag, bevor er 1909 nach Graz übersiedelte und dort seine Ausbildung abschloss. Bereits in jungen Jahren machte er durch herausragende Arbeiten auf sich aufmerksam und erhielt erste Auszeichnungen.

Der künstlerische Durchbruch gelang ihm mit dem Werk „Mann mit dem gebrochenen Genick“, das seine außergewöhnliche Begabung eindrucksvoll unter Beweis stellte. 1912 übersiedelte Ambrosi nach Wien, wo er ein eigenes Atelier bezog und an der Akademie der bildenden Künste studierte. Noch im selben Jahr wurde ihm der Staatspreis für Plastik verliehen. Kurz darauf erhielt er von Kaiser Franz Joseph I. ein Staatsatelier auf Lebenszeit – eine außergewöhnliche Auszeichnung für einen so jungen Künstler.

Ambrosi entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem der bedeutendsten österreichischen Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Sein Werk umfasst zahlreiche Porträtbüsten bedeutender Persönlichkeiten sowie allegorische und mythologische Plastiken. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählt das monumentale Hauptwerk „Promethidenlos“, an dem er während des Ersten Weltkriegs arbeitete.

Neben seiner Tätigkeit als Bildhauer war Ambrosi auch literarisch aktiv. Aufgrund seiner Taubheit war er zeitlebens stark auf schriftliche Kommunikation angewiesen und hinterließ ein umfangreiches Werk aus Tagebüchern, Briefen und dichterischen Texten, die tiefe Einblicke in sein Denken und Schaffen geben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte Ambrosi seine künstlerische Arbeit fort und blieb bis ins hohe Alter aktiv. Einen wichtigen Lebensabschnitt verbrachte er in Stallhofen in der Steiermark, wo sich heute das Ambrosi-Haus befindet, das als Museum seinem Leben und Werk gewidmet ist.

Gustinus Ambrosi verstarb am 17. Juli 1975. Sein umfangreiches Œuvre und seine außergewöhnliche Lebensgeschichte machen ihn zu einer prägenden Persönlichkeit der österreichischen Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts.

ambrosi_tagebuecher_002.jpg

Gustinus Ambrosi in jungen Jahren vor einem seiner Werke 

ambrosi_tagebuecher_019.jpg

"Der Mann mit dem gebrochenen Genick" 

ambrosi_tagebuecher_018.jpg

"Der stürzende Ikaros, Kolossalwerk in Bronze, 1913" 

Bild_frei positionierbar.jpg

Gustinus Ambrosi bei einem seiner Hauptwerke "Die Blüte" 144 cm Marmor

Ambrosi Prater.jpg

Gustinus Ambrosi im seinem Staatsatelier im Wiener Prater vor der Skulptur "Der Mann mit dem gebrochenen Genik" 

Aktuelle Projekte & Initiativen

Entdecken Sie unsere jüngsten Bemühungen zur Bewahrung und Vermittlung des monumentalen Erbes von Gustinus Ambrosi – von restauratorischen Projekten im Gustinus-Ambrosi-Museum bis hin zu neuen wissenschaftlichen Publikationsreihen.

Kontakt & Unterstützung

Gustinus Ambrosi-Gesellschaft
Stallhofen 113
8152 Stallhofen, Österreich

E-Mail: ambrosigesellschaft@gmx.at

bottom of page